Taufe wird in der katholischen Kirche als das Tor zur Kirche betrachtet und ist der erste Schritt der Eingliederung in die Glaubensgemeinschaft. Sie ist das erste von drei Sakramenten der Initiation (Taufe, Eucharistie, Firmung), die ein Christ im Laufe seines Lebens empfängt. Durch die Taufe wird der Mensch nach christlichem Glauben ein Kind Gottes und gleichzeitig Mitglied der Kirche sowie der örtlichen Gemeinde.
Die Taufe ist kein privates Ereignis, sondern ein öffentliches Fest, bei dem die gesamte Gemeinschaft die Aufnahme neuer Mitglieder feiert. Im Rahmen der Taufformel bekennt sich der Täufling – oder bei Säuglingen stellvertretend die Eltern und Paten – zu den zentralen Glaubensüberzeugungen und wendet sich bewusst vom Bösen ab.
Im Laufe der Geschichte wurde die Tradition der Kindertaufe etabliert. In diesem Rahmen übernehmen die Eltern und Paten die Verantwortung, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen und es zu einem Leben in der Kirche zu führen. Der Täufling erhält zudem während des Ritus einen christlichen Namen, der ihn in der Gemeinschaft der Gläubigen bezeichnet.
Die Taufe ist die feierliche Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen. Anders als in anderen Religionen wie dem Judentum oder dem Islam entscheidet bei uns nicht die Geburt über die Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft, sondern ein persönlicher Willensakt. Jeder, der sich zum christlichen Gott bekennt und darum bittet, kann getauft werden. Bei der Kindertaufe treffen die Eltern die Entscheidung und versprechen, ihr Kind im Glauben zu erziehen und ihm die christlichen Werte zu vermitteln. Daher sollte bei der Kindertaufe mindestens ein Elternteil katholisch sein.
Die Taufe ist kein Verdienst oder Werk des Menschen, sondern ein unverdientes Geschenk Gottes. In der Taufe nimmt Gott jeden Menschen bedingungslos und unwiderruflich an. Dieses unbedingte "Ja" Gottes zu jedem Einzelnen ist ein Zeichen für den Wert und die Würde eines jeden Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Nationalität. Besonders deutlich wird dies in der Säuglingstaufe, bei der auch dem unmündigen Kind bereits diese Würde zugesprochen wird. Wer einmal getauft ist, bleibt getauft – das Sakrament der Taufe kann nicht wieder rückgängig gemacht werden. Gott steht zu seinem Wort und nimmt sein „Ja“ nicht zurück.
Die Taufe ist viel mehr als der Eintritt in einen Verein. Mit der Taufe beginnt ein Lebensweg, auf dem der Einzelne immer mehr in die Gemeinschaft Gottes hineinwächst. Sie eröffnet ein neues Leben, das von Gottes Liebe getragen ist. In der Eucharistiefeier erinnern wir uns an diese Wahrheit, wenn es vor dem "Vater unser" heißt: "Wir haben den Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht." Die Taufe, zusammen mit der Firmung und der Eucharistie (Erstkommunion), bilden die Sakramente der Initiation, die uns vollständig in die Gemeinschaft der Kirche eingliedern. Die Taufe ist die Voraussetzung für den Empfang aller anderen Sakramente.
Das Hauptsymbol der Taufe ist das Wasser. Es wird über den Täufling gegossen oder er wird in es eingetaucht. Das Wasser steht für die Reinigung von der Sünde und den Beginn eines neuen Lebens, das im Glauben wachsen soll. Das Weihwasser in Kirchen erinnert uns bei jedem Eintritt an unsere eigene Taufe und an das Geschenk des Glaubens, das uns zuteilwurde. Darüber hinaus wird der Täufling während des Ritus gesalbt und erhält ein weißes Gewand oder Taufkleid, ein Symbol für Reinheit und die Vergebung der Sünden. Bei Erwachsenen geschieht dies oft in Form eines weißen Schals.
Erwachsene, die sich taufen lassen möchten, durchlaufen vor der Taufe eine Vorbereitungszeit, das sogenannte Katechumenat. Hier werden ihnen die zentralen Glaubensgrundlagen vermittelt, und sie bereiten sich auf den Empfang dieses Sakramentes vor.
Die Taufe ist unwiderruflich: Einmal empfangen, bleibt dieses Sakrament bestehen – auch wenn ein Mensch später aus der Kirche austreten sollte. Sie ist ein Zeichen für die bedingungslose Annahme durch Gott, die niemals erlischt.
Eltern und Paten sind für das spirituelle Wohl des Täuflings von großer Bedeutung. Eltern bringen das Kind zur Taufe und stehen ihm als Vorbilder im Glauben zur Seite. Die Paten haben die Aufgabe, den Täufling im Glauben zu begleiten und zu unterstützen, damit er in seiner Beziehung zu Gott wachsen kann.
Wenn Sie Ihr Kind taufen lassen möchten, sprechen Sie bitte telefonisch oder persönlich den gewünschten Termin mit den Sekretärinnen im Pfarrbüro St. Josef ab. Wir empfehlen eine frühzeitige Planung der Taufe Ihres Kindes, ca. 6 -7 Wochen vor dem gewünschten Termin.
Taufen sind in den Gemeindemessfeiern und in separaten Taufmessfeiern nach Absprache in allen drei Kirchen möglich!
Bis zu zwei Familien können an einem Termin die Feier miteinander gestalten und begehen!
Die eigentliche Anmeldung zur Taufe erfolgt persönlich durch ein Elternteil. Bringen Sie dazu bitte die folgenden Unterlagen mit:
Geburtsurkunde des Kindes
Name und Anschrift der Paten
Telefonnummer und E-Mail-Adresse der Tauffamilie
Ca. zwei Wochen vor dem vereinbarten Tauftermin wird sich der taufende Seelsorger bei Ihnen melden und einen Termin für ein vorbereitendes Gespräch vereinbaren.
Das Taufgespräch hat folgende Inhalte: Lebens- und Glaubenssituation, Ablauf der Taufe, Möglichkeiten der Mitgestaltung (Fürbitten, Lesungstexte, Gesänge etc.)
Wenn ältere Kinder getauft werden sollen – etwa kurz vor der Feier der Erstkommunion – ist eine Vorbereitung auf die Taufe sinnvoll, bei der das Kind mehr mit einbezogen ist. Nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Pfarrbüro auf. Der entsprechende Seelsorger wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen.
Was für die Taufe von älteren Kindern gilt, ist natürlich in besonderer Weise sinnvoll, wenn Erwachsene Menschen sich entscheiden, durch die Taufe Teil der christlichen Gemeinschaft zu werden. Nehmen Sie gerne Kontakt mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger oder mit dem Pfarrbüro unserer Gemeinde auf. Wir schauen dann mit Ihnen gemeinsam, welcher Weg der Vorbereitung für Sie sinnvoll ist.